Das Daily Scrum Meeting ist ein täglich stattfindendes 15-minütiges Treffen des Scrum Teams. Im Meeting teilen die Teammitglieder sich gegenseitig den aktuellen Status ihrer Aufgaben mit und planen das weitere Vorgehen bis zum nächsten Treffen gemeinsam.

Außerdem dient das Daily Scrum Meeting dazu, mögliche Schwierigkeiten im Projekt zu kommunizieren, um so schnell es geht, entsprechend reagieren zu können. Daily Scrum ist aber nicht nur Bestandteil des Scrum Frameworks, sondern kann auch in anderen Projektmanagement Methoden oder zum Beispiel auch in Workshops zum Einsatz kommen.

7 Tipps zur Umsetzung von Daily Scrum

1. Alle müssen den Zweck des Meetings verstehen

Ein tägliches Scrum-Meeting nützt den Teilnehmenden nichts, wenn sie nicht vollkommen den Zweck davon verstanden und verinnerlicht haben. Im Grunde liegt der Sinn im Daily Scrum, darin, schnelles Feedback von allen Projektbeteiligten einzuholen und die gesamte Kommunikation während des Projekts aufrechtzuerhalten.

Dadurch wird ein direktes und schnelles Reagieren auf auftretende Hindernisse ermöglicht und die Teammitglieder:innen können sich jederzeit gegenseitige Hilfe einholen. Auch wenn jede/r Einzelne an unterschiedlichen Aufgaben arbeitet, haben alle im Projekt dasselbe gemeinsame Ziel vor Augen.

2. Einen standardisierten Aufbau schaffen

Im gesamten Scrum Framework spielt die zeitliche Regelmäßigkeit eine große Rolle. Dadurch, dass Daily Scrum täglich stattfindet, ist bereits eine gewisse standardisierte Regelmäßigkeit gegeben. Jedoch ist es auch hilfreich, das Meeting immer zur gleichen Uhrzeit und am gleichen Ort stattfinden zu lassen. Dies hat zwei Vorteile.

Zum einen weiß jede/r immer Bescheid und es gibt nicht jeden Tag erneute Rückfragen, wo und man sich denn nochmal treffen würde. Zum anderen ist es natürlich auch deutlich weniger administrativer Aufwand. Es muss nicht jeden Tag eine andere Einladung verschickt werden und es kann zum Beispiel dauerhaft ein Raum für eine bestimmte Uhrzeit gebucht werden.

3. Im Zeitrahmen bleiben

Der Zeitrahmen von 15 Minuten mag sehr kurz erscheinen, aber er verdeutlicht auch, dass die Teammitgliedern sich im Daily Scrum nicht in Details verlieren dürfen. Der Agile Coach, der für die Rahmenbedingungen und das Zeitmanagement im Meeting zuständig ist, hat die Aufgabe, darauf zu achten, dass dringliche Themen besprochen werden und dass das Treffen pünktlich anfängt und auch endet.

Die kurze Zeit des Meetings, soll auch dazu beitragen, dass die Mitarbeitenden motiviert das Meeting verlassen und sich ihrer nächsten Schritte klar geworden sind.

4. Die Relevanz des Agile Coaches

Wie eben bereits erwähnt, ist der Agile Coach im Allgemeinen für die Rahmenbedingungen der Meetings zuständig. Somit spielt der Agile Coach eine große Rolle im Team und im Projekt. Der Agile Coach sorgt dafür, dass alle wichtigen Punkte im Daily Scrum besprochen werden können, und hält das gesamte Team zusammen. Sein oder ihr Ziel ist, dass das kurze Treffen so effektiv wie möglich gestaltet und genutzt wird.

5. Regelmäßige Retrospektiven durchführen

Sollte man merken, dass nicht alle im Team ein tägliches Scrum Meeting für sinnvoll erachten oder viele Kolleg:innen oftmals beim Treffen fehlen, ist es wahrscheinlich Zeit, etwas an der Gestaltung des Meetings zu ändern. Um solche Dinge zu erkennen oder das Daily Scrum kontinuierlich zu verbessern, müssen Retrospektiven durchgeführt werden. Die Erkenntnisse aus den Retrospektiven müssen dann umgesetzt werden, sodass das Daily Scrum sich stetig weiterentwickelt und für alle den größtmöglichen Mehrwert erzielen kann.

6. Transparenz schaffen und Aufgaben visualisieren

Alle Teammitglieder im Daily Scrum müssen bereit dazu sein, ihre aktuellen Aufgaben und Leistungen offenzulegen und auch über Fehler, Hindernisse und Schwierigkeiten mit den anderen zu sprechen. Nur so kann sich das Team sich in seinen Scrum Rollen gegenseitig unterstützen und gemeinsam Fortschritte machen. Um alle anfallenden Arbeitspakete und deren Zusammenhänge und Abhängigkeiten transparent darzustellen, eignet sich zum Beispiel ein Kanban Board. Lies ebenfalls auf unserem Blog, welche weiteren Online Projektmanagement Tools es gibt.

7. Persönlich austauschen oder den Austausch persönlich gestalten

Die Gemeinschaft und der Austausch im Team hat im Scrum Framework einen hohen Stellenwert. Am besten lässt sich das Daily Scrum Meeting gestalten, wenn sich alle Teammitglieder in einem Raum treffen und persönlich miteinander kommunizieren.

Da dies in Zeiten der Corona-Krise und der Verstärkung von Home-Office zum Teil nicht möglich ist, kann ein tägliches Scrum-Meeting natürlich auch über Video-Konferenz ablaufen. Hierbei ist es von Vorteil, dass alle Beteiligten die Kamera anschalten, um auf persönlichere Weise miteinander kommunizieren zu können.

Praktische Team-Übung: Mehr Verbindung & Vertrauen im Daily Scrum

Ein Daily Scrum funktioniert am besten, wenn mehr entsteht als nur ein Statusupdate.
Diese kurze Übung (5–10 Minuten) stärkt psychologische Sicherheit, Vertrauen und Offenheit – besonders in Teams, die neu zusammenarbeiten oder sich im Remote‑Setting seltener persönlich sehen.

1. Check-in-Runde (1 Minute pro Person)

Jede Person teilt zwei Punkte:

  • Was gibt mir aktuell Energie?
  • Was raubt mir Energie?

Ziel: Transparenz über individuelle Bedürfnisse & Stimmungen — ohne Diskussion oder Bewertung.

2. Team-Prinzip definieren (gemeinsam 2–3 Minuten)

Das Team formuliert ein Prinzip, das psychologische Sicherheit unterstützt, z. B.:

  • „Wir hören aktiv zu, ohne zu bewerten.“
  • „Wir fragen nach, bevor wir urteilen.“
  • „Wir sprechen Hindernisse früh an.“

Ziel: Gemeinsame Verhaltensnormen bewusst machen und stärken.

3. Mini-Feedback-Impuls (1 Minute pro Person)

Jede Person gibt einer anderen Person im Team ein kurzes, positives Feedback.
Beispiel:
„Danke, dass du gestern das Hindernis so klar benannt hast — das hat uns beschleunigt.“

Ziel: Vertrauen, Wertschätzung und Teambindung sichtbar stärken.

4. Offene-Fragen-Übung (2-3 Minuten)

Jede Person stellt eine offene Frage, die sie bisher nicht gestellt hat.
Beispiele:

  • „Was brauchst du, um dich im Daily sicherer zu fühlen?“
  • „Gibt es etwas, das dir das Daily vereinfachen würde?“
  • „Was fehlt dir, um deine Arbeit sichtbar zu machen?“

Ziel: Raum für ehrliche Gespräche – auch über Unsicherheiten, Bedürfnisse und Blocker.

Diese Übung lässt sich einmal pro Woche, alle zwei Wochen oder ad hoc einsetzen – besonders dann, wenn im Daily sichtbar etwas „hakt“ oder Teams in den Autopilot rutschen.

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Wie verhindere ich, dass das Daily Scrum zu einer reinen Statusrunde wird?

Ein Daily sollte kein Reporting an den Scrum Master oder Product Owner sein.
Es bleibt lebendig, wenn das Team sich konsequent auf gemeinsames Vorankommen fokussiert:

  • Was bringt uns heute dem Sprintziel näher?
  • Wo stehe ich gerade fest?
  • Wer braucht heute Unterstützung?
  • Was hat sich seit gestern verändert?

Status ist das Nebenprodukt — Alignment ist das Ziel.

Was tun, wenn das Daily regelmäßig überzogen wird?

Wenn die 15 Minuten nicht reichen, steckt meist eines dahinter:

  • Diskussionen statt kurze Updates
  • fehlende Klarheit über die Fragen des Dailys
  • Hindernisse werden im Daily gelöst (statt im Anschluss)
  • zu große Teams

Hilfreich ist ein fester Ablauf, Timeboxing und eine klare Regel:
Probleme benennen im Daily – lösen danach.

Wie kann man psychologische Sicherheit im Daily Scrum fördern?

Drei starke Hebel:

  1. Offenheit vor Bewertung: Hindernisse dürfen ohne Angst genannt werden.
  2. Regelmäßige Mini-Reflexionen: z. B. die oben beschriebene Check-in-/Feedback-Übung.
  3. Rollenklärheit: Niemand wird im Daily „berichtspflichtig“. Das Team spricht miteinander, nicht an jemanden.

Ein Daily ist kein Performance-Check – sondern Teamarbeit in Echtzeit.

Häufige Fragen

Wie verhindere ich, dass das Daily Scrum zu einer reinen Statusrunde wird?
Ein Daily sollte kein Reporting an den Scrum Master oder Product Owner sein. Es bleibt lebendig, wenn das Team sich konsequent auf gemeinsames Vorankommen fokussiert: Was bringt uns heute dem Sprintziel näher? Wo stehe ich gerade fest? Wer braucht heute Unterstützung? Was hat sich seit gestern verändert? Status ist das Nebenprodukt — Alignment ist das Ziel.
Was tun, wenn das Daily regelmäßig überzogen wird?
Wenn die 15 Minuten nicht reichen, steckt meist eines dahinter: Diskussionen statt kurze Updates fehlende Klarheit über die Fragen des Dailys Hindernisse werden im Daily gelöst (statt im Anschluss) zu große Teams Hilfreich ist ein fester Ablauf, Timeboxing und eine klare Regel: Probleme benennen im Daily – lösen danach.
Wie kann man psychologische Sicherheit im Daily Scrum fördern?
Drei starke Hebel: Offenheit vor Bewertung: Hindernisse dürfen ohne Angst genannt werden. Regelmäßige Mini-Reflexionen: z. B. die oben beschriebene Check-in-/Feedback-Übung. Rollenklärheit: Niemand wird im Daily „berichtspflichtig“. Das Team spricht miteinander , nicht an jemanden . Ein Daily ist kein Performance-Check – sondern Teamarbeit in Echtzeit.

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