Wenn ein neues Team startet, entscheidet der Einstieg oft darüber, wie gut die Zusammenarbeit später funktioniert.

Ein klar strukturierter Team Kick-off schafft dafür die gemeinsame Grundlage: Rollen werden geklärt, Erwartungen sichtbar gemacht und ein gemeinsames Verständnis für Ziele und Arbeitsweisen entwickelt.

Dabei geht es nicht darum, am ersten Tag bereits jede Entscheidung für die Zukunft zu treffen. Viel wichtiger ist es, einen gemeinsamen Rahmen zu schaffen, in dem das Team anschließend selbstständig und fokussiert arbeiten kann.

Ein Kick-off kann als kompakter Workshop oder in mehreren aufeinander aufbauenden Sessions stattfinden. Entscheidend ist, dass die wichtigsten Themen gemeinsam besprochen und konkrete Vereinbarungen getroffen werden.

Wie viel Zeit sollte man für einen Team Kick-off einplanen?

Ein Team Kick-off muss nicht zwingend an einem einzigen Tag stattfinden. Je nach Größe, Zusammensetzung und Komplexität des Teams kann der Workshop wenige Stunden oder einen ganzen Arbeitstag umfassen. Bei umfangreicheren Projekten bietet sich auch eine Aufteilung auf mehrere Sessions an.

Für ein neues Scrum Team hat sich beispielsweise ein halber bis ganzer Tag als guter Ausgangspunkt bewährt. Wichtig ist, ausreichend Zeit für Diskussionen und gemeinsame Entscheidungen einzuplanen und nicht nur Themen „abzuarbeiten“.

Beispiel für einen halbtägigen Kick-off

  • 09:00–09:30 Uhr: Begrüßung, Kennenlernen und Zielsetzung
  • 09:30–10:15 Uhr: Team Setup, Rollen und Verantwortlichkeiten
  • 10:15–11:00 Uhr: Product Vision, Zielgruppen und gemeinsames Zielbild
  • 11:00–11:15 Uhr: Pause
  • 11:15–12:00 Uhr: Arbeitsweise, Kommunikation und Scrum Events
  • 12:00–12:45 Uhr: Team Canvas und gemeinsame Vereinbarungen
  • 12:45–13:00 Uhr: Nächste Schritte und Abschluss

Bei größeren Teams oder komplexeren Produkten können einzelne Themen in separate Sessions ausgelagert werden. Entscheidend ist, dass am Ende des Kick-offs klar ist, wer zusammenarbeitet, welches Ziel verfolgt wird und wie die Zusammenarbeit im Alltag funktionieren soll.

Was gehört zu einem erfolgreichen Team Kick-off?

1. Team und Rollen transparent machen

Am Anfang steht das Team selbst. Alle Beteiligten sollten wissen, wer Teil des Teams ist, welche Erfahrungen vorhanden sind und welche Verantwortlichkeiten übernommen werden.

  • Wer gehört zum Team?
  • Welche Erfahrungen und Kompetenzen bringen die einzelnen Personen mit?
  • Welche Rollen und Verantwortlichkeiten gibt es?
  • Wer ist für welche Entscheidungen zuständig?
  • Welche Schnittstellen gibt es zu anderen Teams oder Stakeholdern?

Ziel ist ein gemeinsames Verständnis darüber, wer im Team welche Verantwortung übernimmt und wie Entscheidungen getroffen werden.

2. Erwartungen und Zusammenarbeit klären

Unterschiedliche Vorstellungen von guter Zusammenarbeit können schnell zu Missverständnissen führen. Deshalb lohnt es sich, Erwartungen frühzeitig sichtbar zu machen.

  • Was erwarten wir voneinander?
  • Was brauchen wir, um gut arbeiten zu können?
  • Wie wollen wir miteinander kommunizieren?
  • Wie gehen wir mit Konflikten und unterschiedlichen Meinungen um?
  • Wie geben und nehmen wir Feedback?
  • Welche Verhaltensweisen sind uns in der Zusammenarbeit besonders wichtig?

Diese Vereinbarungen bilden die Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und können später gemeinsam weiterentwickelt werden.

3. Product Vision und Zielbild verstehen

Ein Team braucht nicht nur Aufgaben, sondern auch einen gemeinsamen Grund, warum diese Aufgaben wichtig sind.

Deshalb sollte die Product Vision gemeinsam betrachtet werden:

  • Welches Problem lösen wir?
  • Für wen entwickeln wir das Produkt?
  • Welchen Mehrwert schaffen wir?
  • Was soll sich durch unser Produkt verändern?
  • Woran erkennen wir, dass wir erfolgreich sind?

Eine gemeinsame Vision sorgt für Orientierung und hilft dem Team, Entscheidungen später besser einzuordnen.

4. Ziele und Erfolgskriterien definieren

Aus der Vision werden konkrete Ziele abgeleitet. Dabei sollte das Team verstehen, welche Ergebnisse erreicht werden sollen und woran Fortschritt gemessen wird.

  • Welche Ziele verfolgen wir kurzfristig?
  • Welche Ziele sind langfristig relevant?
  • Welche Ergebnisse erwarten Stakeholder und Kund:innen?
  • Welche Kennzahlen oder Ergebnisse zeigen unseren Erfolg?
  • Welche Prioritäten ergeben sich daraus?

So wird aus einer abstrakten Vision ein gemeinsames Zielbild, an dem sich die tägliche Arbeit orientieren kann.

5. Verantwortlichkeiten im Scrum Team klären

Arbeitet das Team nach Scrum, sollten die Verantwortlichkeiten der Scrum Accountabilities frühzeitig geklärt werden.

  • Product Owner: Verantwortet die Maximierung des Produktwerts und die effektive Verwaltung des Product Backlogs.
  • Scrum Master: Unterstützt das Team dabei, Scrum wirksam anzuwenden, Hindernisse zu bearbeiten und kontinuierlich besser zu werden.
  • Developers: Verantworten die Erstellung eines nutzbaren, qualitativ hochwertigen Increments und organisieren ihre Arbeit als selbstorganisiertes Team.

Dabei sollte nicht nur geklärt werden, wer welche Rolle hat, sondern auch, welche Entscheidungen innerhalb des Teams getroffen werden können und wo weitere Abstimmungen notwendig sind.

6. Gemeinsame Arbeitsweise und Scrum Events festlegen

Ein gemeinsamer Arbeitsrhythmus schafft Orientierung. Deshalb sollte das Team festlegen, wie die Zusammenarbeit im Alltag aussehen soll.

  • Sprint Planning
  • Daily Scrum
  • Sprint Review
  • Sprint Retrospektive
  • Product Backlog Refinement
  • Weitere notwendige Abstimmungen mit Stakeholdern

Zusätzlich sollten Fragen geklärt werden:

  • Wann finden die Events statt?
  • Wer nimmt teil?
  • Welche Vorbereitung wird erwartet?
  • Welche Tools und Kommunikationskanäle nutzen wir?
  • Wie werden Entscheidungen und Informationen dokumentiert?

Dabei gilt: Nicht jedes Meeting muss dauerhaft stattfinden. Der Teamrhythmus sollte den tatsächlichen Bedarf unterstützen und regelmäßig überprüft werden.

7. Definition of Done und Qualitätsverständnis festlegen

Ein wichtiger Bestandteil des Kick-offs ist ein gemeinsames Verständnis davon, wann Arbeit tatsächlich als abgeschlossen gilt.

Die Definition of Done beschreibt die Qualitätskriterien, die erfüllt sein müssen, damit ein Increment als fertig betrachtet werden kann.

  • Welche Qualitätsstandards gelten?
  • Welche Tests müssen durchgeführt werden?
  • Welche Dokumentation ist notwendig?
  • Welche Reviews oder Freigaben sind erforderlich?
  • Wann gilt eine User Story tatsächlich als abgeschlossen?

Eine gemeinsame Definition verhindert unterschiedliche Vorstellungen von „fertig“ und schafft Transparenz über die Qualität der Ergebnisse.

8. Team Canvas gemeinsam erarbeiten

Ein Team Canvas kann dabei helfen, die wichtigsten Vereinbarungen sichtbar zu machen und gemeinsam festzuhalten.

  • Teamname und gemeinsames Motto
  • Teamziel und Zielgruppen
  • Stärken und Kompetenzen des Teams
  • Rollen und Verantwortlichkeiten
  • Kommunikationswege
  • Eingesetzte Tools
  • Gemeinsame Arbeitsvereinbarungen
  • Umgang mit Konflikten und Feedback
  • Definition of Done

Das Canvas ist dabei kein Dokument, das nach dem Kick-off in einer Schublade verschwindet. Es sollte als lebende Vereinbarung verstanden und bei Bedarf gemeinsam angepasst werden.

Weitere Impulse zum Team Canvas oder Team-Vertrag findest du im Zipresso Impuls Podcast.

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Was nach dem Kick-off kommt

Der Kick-off ist kein einmaliges Event, nach dem alle Fragen für immer geklärt sind. Teams entwickeln sich weiter und sollten ihre Zusammenarbeit regelmäßig überprüfen.

Nach dem Kick-off kann beispielsweise das Product Backlog gemeinsam strukturiert und priorisiert werden. Liegen bereits viele User Stories vor, bietet sich ein initiales Refinement an. Für eine schnelle gemeinsame Einschätzung größerer Mengen an Items kann beispielsweise die Magic Estimation eingesetzt werden.

Auch Retrospektiven helfen dabei, die Zusammenarbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln. Vereinbarungen aus dem Kick-off können dort überprüft und angepasst werden.

Ein erfolgreicher Kick-off schafft einen Rahmen, keine Regeln für die Ewigkeit

Ein guter Team Kick-off beantwortet nicht jede Frage und löst nicht automatisch alle späteren Herausforderungen. Er schafft vielmehr eine gemeinsame Ausgangsbasis.

Das Team kennt seine Ziele, Verantwortlichkeiten und Arbeitsweisen. Gleichzeitig ist klar, wie Entscheidungen getroffen werden und wie Zusammenarbeit gestaltet werden soll.

Besonders wichtig ist dabei, dass der Kick-off nicht ausschließlich von einer Führungskraft oder einem Scrum Master vorgegeben wird. Je stärker das Team die Vereinbarungen selbst mitentwickelt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie im Alltag tatsächlich gelebt werden.

Praxisregel

Nicht alles am ersten Tag festlegen.

Definiert zum Start die wichtigsten Rahmenbedingungen und überprüft sie nach den ersten Sprints gemeinsam. Was funktioniert? Wo entstehen Missverständnisse? Was sollte angepasst werden?

So wird der Team Kick-off nicht zum einmaligen Pflichttermin, sondern zum Startpunkt für eine Zusammenarbeit, die sich kontinuierlich weiterentwickelt.

Fazit

Ein strukturierter Team Kick-off schafft Orientierung, Vertrauen und Fokus. Er bringt Menschen, Ziele und Arbeitsweisen zusammen und legt damit eine wichtige Grundlage für erfolgreiche Zusammenarbeit.

Dabei sollte der Kick-off nicht als einmalige Einführung verstanden werden. Gute Teams überprüfen ihre Zusammenarbeit regelmäßig und passen sie an neue Anforderungen an.

Der beste Team Kick-off ist deshalb nicht der, nach dem alles feststeht, sondern der, nach dem das Team gemeinsam weiß, wie es loslegen kann.

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Häufige Fragen

Was gehört zu einem guten Scrum Team Kick-off?
Ein gelungener Scrum-Team-Kick-off umfasst das gemeinsame Kennenlernen, die Klärung von Rollen und Erwartungen, die Vorstellung der Projektvision, erste Backlog-Sichtung und die Vereinbarung von Teamregeln und Working Agreements.
Warum ist der Kick-off für ein Scrum-Team so wichtig?
Der Kick-off legt das Fundament für die Zusammenarbeit. Gemeinsam definierte Werte, Normen und Erwartungen schaffen eine solide Basis für die Forming-Phase. Teams, die sich früh gut abstimmen, arbeiten später produktiver und konfliktärmer.

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