Ein Workshop steht und fällt nicht mit der Methode, sondern mit zwei Entscheidungen davor: In welchem Format findet er statt, und wie ist er aufgebaut? Dieser Beitrag beantwortet beides. Zuerst die vier gängigen Formate, danach eine Struktur, die in fast jedem Workshop trägt.

Die vier Workshop-Formate

Vor Ort
Der Klassiker. Hier sind sowohl Trainer:innen als auch die Teilnehmenden vor Ort und im direkten Austausch miteinander. Der Vorteil dieser Variante ist, dass man im persönlichen Kontakt eine engere Beziehung aufbauen und der Austausch zwischen den Teilnehmenden auch in den Pausen stattfinden kann.

Klassisch-hybrid
Bei dieser Variante findet ein initialer Workshop am Anfang einer Workshop-Reihe vor Ort statt. Dieser Tag dient zum gegenseitigen Kennenlernen, Abstecken von Erwartungen und der Besprechung der Seminarziele. Erste persönliche Bunde können geknüpft werden. Anschließend treffen sich die Teilnehmenden des Workshops remote, zum Beispiel über Zoom oder MS Teams.

Agil-hybrid
Beim Workshop-Format Agil-hybrid ist ein Teil der Teilnehmenden von remote aus zugeschaltet. Die restlichen Teilnehmenden treffen sich persönlich vor Ort. Dieses Format bietet sich an, wenn ein Teil des Teams oder der Seminar-Teilnehmenden ansonsten eine weite und unter Umständen teure Anreise hätte.

Remote
In der Remote-Variante befinden sich alle Workshop-Teilnehmenden remote. Das heißt, sie schalten sich per Online-Tool dazu und es findet kein Treffen vor Ort statt. Bei der Full-Remote-Variante ist es wichtig, dass viele Pausen eingeplant werden, da die Aufmerksamkeit in Remote-Meetings schneller sinkt als in Vor-Ort-Seminaren.

Hinweis: Unsere Tipps für eine ideale Homeoffice-Infrastruktur gelten auch für das Abhalten von Remote-Workshops.

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Der Aufbau: fünf Schritte, die fast immer passen

Unabhängig vom Format folgt ein Workshop einer Struktur, die sich bewährt hat. Je nach Bedarf lassen sich Schritte ergänzen oder reduzieren, aber keiner von ihnen lässt sich ersatzlos streichen, ohne dass etwas fehlt.

1. Einladung

Ein Workshop beginnt nicht im Raum, sondern mit der Einladung. Darin gehört, worum es gehen wird. Wer erst im Termin erfährt, warum er da ist, verbringt die erste halbe Stunde damit, sich zu orientieren, statt zu arbeiten.

2. Einleitung

Die erste Aktion im Workshop selbst. Den Teilnehmenden wird für das Kommen gedankt, Inhalte und Ablauf werden vorgestellt. Anschließend folgt ein Check-in. Kennt sich die Gruppe nicht, gehört eine Vorstellungsrunde dazu.

3. Arbeiten am Thema

Die eigentliche Arbeit. Entscheidend ist, dass alle gemeinsam daran arbeiten. Je nach Zusammensetzung der Gruppe braucht es dafür einen Modus, in dem sich auch die Zurückhaltenden einbringen können. Eine offene Diskussion in großer Runde ist selten dieser Modus.

4. Abschluss

Sind aus der Themenarbeit Aufgaben entstanden, werden sie verteilt, und es wird vereinbart, bis wann sie umgesetzt sind. Zum Schluss werden die Teilnehmenden gefragt, wie der Workshop für sie war und was sie mitnehmen konnten. Feedback und Verbesserungsmöglichkeiten gehören ausdrücklich erfragt.

5. Follow-up

Nach dem Workshop geht ein Fotoprotokoll der Arbeitsergebnisse an alle, zusammen mit einem Dank für die Zusammenarbeit. Dabei wird noch einmal auf die Aufgaben und Fristen hingewiesen, die sich die Gruppe selbst gesetzt hat. Ohne diesen Schritt bleibt vom Workshop das Erlebnis und nicht das Ergebnis.

Welches Format wofür

FormatPasst, wennKostet
Vor OrtVertrauen aufgebaut oder Konflikte geklärt werden sollenAnreise und Raum
Klassisch-hybrideine Reihe geplant ist und der Anfang trägteinmalige Anreise
Agil-hybridein Teil der Gruppe weit entfernt sitztModerationsaufwand für zwei Kanäle
Remoteder Gegenstand klar umrissen istAufmerksamkeit, deshalb mehr Pausen

Eine Frage zum Schluss: Welchen der fünf Schritte lässt du in deinen Workshops am ehesten weg? In den meisten Fällen ist es das Follow-up, und genau dort entscheidet sich, ob aus dem Workshop etwas folgt.

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Häufige Fragen

Welche Workshop-Formate gibt es und wann eignen sie sich?
Gängige Formate sind: World Café (breite Diskussion vieler Themen), Design Sprint (schnelle Produktentwicklung), Retrospektive (Reflexion und Verbesserung), Hackathon (kreative Problemlösung), Barcamp (selbstorganisierte Unkonferenz) und klassische Moderationsformate.
Wie wählt man das richtige Workshop-Format aus?
Die Wahl hängt von Zielsetzung, Gruppengröße, verfügbarer Zeit und dem gewünschten Ergebnis ab. Sollen Ideen generiert, Entscheidungen getroffen oder Konflikte gelöst werden? Kleine Gruppen ermöglichen tiefere Arbeit, große Gruppen brauchen andere Strukturen.
Was unterscheidet einen guten Workshop von einem schlechten?
Gute Workshops haben ein klares Ziel, eine passende Methodik, ausreichend Interaktion, eine kompetente Moderation und enden mit konkreten Ergebnissen oder nächsten Schritten. Schlechte Workshops sind zu frontallastig, haben kein klares Ziel und erzeugen keine Verbindlichkeit.

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